| A |
ADSTRAT Einfluß, dem eine Sprache durch andere, gleichzeitig existierende Sprachen ausgesetzt ist. Adstrate treten in Form von grammatikalischen Einflüssen, am häufigsten jedoch im Bereich der Lexik z.B. als Fremdwörter, die später zu Lehnwörtern werden, auf. |
| B |
BIBELÜBERSETZUNGEN Bibelübersetzungen und Missionare waren in der Sprachentwicklung von großer Bedeutung, da sie nicht nur dazu beitrugen, die Fertigkeiten des Schreibens und Lesens weiter zu verbreiten, sondern auch die Sprachentwicklung nachhaltig beeinflußten, indem die in ihnen verwendete Sprache sich stark ausbreitete und die anderen Varianten verdrängte oder zumindest dominierte. Siehe dazu auch Geschichte des Alphabets, Lutherbibel und Kyril und Method. |
| C |
CHOMSKI, NAOM Einer der bedeutensten Linguisten des zwanzigsten Jahrhundert, der mit seiner Generativen Transformationsgrammatik versuchte, ein logisches Sprachmodell zu entwerfen, das allerdings nur unter der Annahme des (real nicht existierenden) idealen Sprechers in einer (real nicht existierenden) idealen Umwelt funktioniert. |
| D |
DIALEKT Besondere Form einer Sprache, die in einem bestimmten geographischen Gebiet gesprochen wird und sich von den anderen, in diesem Gebiet gesprochenen Formen auf einer oder allen Sprachebenen (Aussprache, Grammatik, Wortschatz, idiomatischer Wortgebrauch) soweit unterscheidet, daß sie als eine Einheit für sich anzusehen ist, aber nicht so stark, daß sie als eigene Sprache betrachtet werden müßte. |
| E |
EINFÜHLUNGSVERMÖGEN ist beim Dolmetschen besonders gefragt, da „zwischen den Zeilen“ meist mehr mitschwingt, als durch bloße Worte ausgedrückt wird und daher die Wahl des richtigen Tons ausschlaggebend ist für den Erfolg einer Dolmetschung. |
| F |
FERDINAND DE SAUSSURE Einer der Väter der modernen Sprachwissenschaft. Berühmt vor allem für seine Unterteilung der Sprache in Langue – Langage – Parole sowie sein Zeichenmodell. |
| G |
GRAMMATIK Regelsystem, nach dem Sprachen in ihrem Aufbau funktionieren. Allein – in den meisten Sprachen gibt es streng genommen mehr Ausnahmen als Regeln. |
| H |
HINDI Nur eine der mehr als tausend verschiedenen Sprachen auf dem indischen Subkontinent. |
| I |
INTERLINGUISTIK Vergleichende Sprachwissenschaft, die interessante Einblicke (und Ausblicke) auf Zusammenhänge zwischen Sprachen enthüllt. |
| J |
JAPANISCH Eine der mehr als 100 Sprachen, die sich keiner Sprachfamilie zuordnen lassen. |
| K |
KYRIL & METHOD Slawenapostel im 9.Jahrhundert. Erfanden für die Übersetzung der Evangelien ins Altbulgarische die Kyrillische Schrift, die noch heute von den Russen, Bulgaren, Serben und Ukrainern verwendet wird. |
| L |
LINGUISTIK dt.Sprachwissenschaft |
| M |
MISCHSPRACHEN Entstanden aus einer Vermischung der Sprachen der europäischen Eroberer und der Einheimischen in den verschiedenen Teilen der Welt. Meist charakterisiert durch grammatikalische Reduktion und gemischte Lexik. Beispiele sind Pidgin-English, Beach-la-Mar, Patois usw. |
| N |
NATIONALSPRACHE Von den jeweils in einem Staat Herrschenden zur offiziellen Sprache erklärte Sprache. |
| O |
ORTHOGRAPHIE Für die Schreibung einer Sprache gültige Regeln. |
| P |
PROTOBULGARISCH Von Kyril und Method für die Bibelübersetzung verwendete Sprache, die zur Ausgangssprache für alle anderen slawischen Sprachen wurde. Auch bezeichnet als Kirchenslawisch oder Altbulgarisch. |
| Q |
QUEBECOIS In der kanadischen Provinz Quebec gesprochenes Französisch. |
| R |
ROSETTA STONE Auf den napoleonischen Feldzügen in Ägypten entdeckter Stein mit Inschriften in altägyptischen Hieroglyphen, demotischer und griechischer Schrift. Ein Meilenstein für die Entschlüsselung der Hieroglyphen. |
| S |
SEMANTIK Bedeutung der sprachlichen Zeichen und Zeichenfolgen. |
| T |
TRANSFORMATIONSGRAMMATIK Versuch der Erklärung eines rein logischen Aufbaus von Sprache. Funktioniert aber nur beim idealen Sprecher unter idealen Bedingungen (die es nicht gibt). |
| U |
URSPRACHE Ihre Existenz ist reine Spekulation. Bereits die Römer erkannten: Verba volant. |
| V |
VULGÄRLATEIN Das gesprochene Latein der römischen Bevölkerung und daher auch das Latein, das in die Provinzen gebracht wurde. Aus ihm entwickelten sich die romanischen Sprachen. |
| W |
WORTSCHATZ Bezieht man sämtliche Fachsprachen ein, so ist der Wortschatz vor allem der großen Sprachen schier unerfaßbar. Um ein normales Gespräch führen zu können, reicht aber meist bereits die Kenntnis von ungefähr 1 700 Wörtern aus. |
| X |
X wird in verschiedenen Sprachen unterschiedlich ausgesprochen: [ch] [ks] |
| Y |
YPSILON Vorletzter Buchstabe des deutschen Alphabets |
| Z |
ZEICHENMODELLE Versuche der Erklärung des Zusammenhanges zwischen Objekt und sprachlicher Bezeichnung. |